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Die Ey Lou Flynn B-Seite…

von Leonardo | Keine Kommentare
 

…ist der Name von Ey Lous allererster Myspace-Support-Seite. Es gibt sie genau hier zu sehen. Die B-Seite arbeitet ziemlich fleißig daran, Ey Lou Flynn bekannter zu machen. Sie wird von Sophie aus dem Superhelden-Verband betrieben. Wuff, danke!

Hier ein Interview mit Ey Lou Flynn, das die B-Seite geführt hat:

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B-Seite: Du vergleichst deine Musik mit platonischer Liebe beim Seitensprung. Klingt deine Musik in der Umsetzung nun eher harmlos oder doch gegenteilig?

Ey Lou Flynn: Platonische Liebe beim Seitensprung kann sich ganz unterschiedlich anhören. Manchmal klingt sie fast wie Turteltauben im Frühling, manchmal geht es aber auch richtig zur Sache. Dann klingt sie eher wie ein kleiner brennender Hund. Ich weiß aber gar nicht wirklich, wie sich ein brennender Hund anhört. Bis jetzt hab ich noch nie einen angezündet.

Du beschreibst dich als Alternative. Was macht dich so anders?

Wow, das ist bis jetzt meine Lieblingsfrage hier! Ich beschreibe es mal so. Wenn ich wie die anderen Musiker wäre, würde ich ganz viele Drogen nehmen und in der Öffentlichkeit Leute zusammenschlagen. Ich wäre vor Gericht und hätte ein riesiges Haus, in das ich MTV zum Filmen einladen würde. Es gäbe Nacktfotos von mir, die Paparazzi würden mich verfolgen und ich würde Leute dafür verklagen, dass sie kostenlos meine Musik hören. Irgendwann wäre ich medikamentenabhängig und würde daran abnibbeln, zum Beispiel durch Herzstillstand. Das alles tue ich aber nicht. Und das allein macht mich schon alternativ.

Deine Musik zeigt gewisse Parallelen zu Adam Green auf. Wundervolle Melodien, gepaart mit teilweise bitterbösen Texten. Was ist zuerst da? Oder wie hat man sich den Entstehungsprozess eines Songs bei dir vorzustellen?

Zuerst ist eine Idee da. Wenn die Idee da ist, weiß ich schon, wie der Song klingt, bevor ich weiß, wie er klingt. Die Idee hat sozusagen eine visionäre Komponente. Als nächstes muss ich den Song nur noch aufschreiben, das ist nicht so schwer. Da mache ich Text und Melodie meistens gleichzeitig. Oder erst die Musik, das klingt auch schön. Und dazu natürlich die Harmonien, die darf man nie vergessen.

Adam Green wird für seine Entertainerqualität auf der Bühne gelobt. Du versuchst in deinen Videos ebenfalls zu unterhalten. Siehst du dich als Entertainer oder ausschließlich als Musiker?

Was hast du denn immer mit dem Adam Green? Na gut, zur Frage. Beides. Und weder noch. Aber in erster Linie beides! Ich würde mich als musikalischen Graswurzelaktivisten bezeichnen. Das klingt so ein bisschen revolutionär. Eigentlich will ich eingerostete Denkweisen verändern. Menschen geistig befreien und dabei unterhalten. Und abzocken. Ah verdammt, das hätte ich auf die Frage mit der Alternative antworten sollen.

Neben Ey Lou Flynn existiert noch deine Ein-Mann-Band “Die Epidemics”. Worin besteht der musikalische Unterschied?

Die epidemics sind die letzte echte Punkband. Aber keine Ein-Mann-Band, da bist du wohl nicht ganz richtig informiert. Ich spiele dort zusammen mit unserer 12jährigen Bassistin Jammin’ Jailbait Julia, unserem französischen Drummer Monsieur D’épidémie und unserer Muse Sigismund Schlomo Freud – der ist ein Tiefenpsychologe aus Österreich. Leider schon tot. Okay, zur Frage. Musikalisch sind die epidemics noch alternativer als ich. Ein bisschen zu alternativ für meinen Geschmack. Wem experimentelle Musik nicht alternativ genug ist, der geht zu den epidemics.

In beiden Projekten machst du komplett alles alleine. Die Epidemics waren ursprünglich eine vierköpfige Band. Liegt dir etwa die Arbeit in der Gruppe nicht?

Hey, unser vierter Kopf Sigmund Freud ist ganz natürlich gestorben. Das kannst du mir jetzt nicht in die Socken schieben! Bei den epidemics mache ich auch nicht wirklich alles alleine. Die anderen sind allerdings schon ziemlich faul. Stimmt, ich arbeite nicht gern in Gruppen. Dabei hab kein Problem mit Gruppen. Nur mit Arbeit. Aber ich habe jetzt Unterstützung von einer Gruppe, die sich “Verband gefährlicher Superhelden” nennt. Hallo Superhelden! Grüße an alle!

Sämtliche Songs und Videos kann man im Internet runterladen. Bald erscheint dein erstes Album. Warum sollte man es kaufen?

Wer sagt denn, dass man es kaufen sollte? Jeder halbwegs vernünftige Mensch wird es sich von Freunden ausleihen und brennen. Doch dafür muss es erstmal einer bei mir kaufen. Ein verkauftes Album ist mir also schon sicher. Übrigens könnten auf so einem Album ja auch ein paar exklusive Sachen sein. Und es wird schöner aussehen und sich besser anfühlen als ein mp3.

Die meisten Musiker geben einen Haufen Konzerte, um bekannt zu werden. Du gehst den Weg des Internets. Warum? Besteht für dich nicht der Reiz auf der Bühne zu stehen?

Moment! Die meisten Bands und Musiker proben erst ein paar Jahre in den Kellern ihrer Eltern, bevor sie auf die Bühne und an die Öffentlichkeit gehen. Vielleicht mal abgesehen von Auftritten in der Schule oder solchem Blödsinn. Aber weil ich so einsam bin, überspringe ich den Kellerteil einfach. Und wenn die Zeit reif ist, gebe ich natürlich auch Konzerte.

Du versucht jeden Tag aufs neue Rockstar zu werden. Wie würde für dich das perfekte Leben als “Rockstar” aussehen?

Keine Ahnung. Wie leben andere Rockstars eigentlich? Im Grunde habe ich keinen Schimmer. Vielleicht sollte ich mich ein bisschen über Rockstars informieren, bevor ich selbst einer werde. Ich nehme an, sie geben den ganzen Tag Autogramme oder drehen Werbespots. Das ist ja eigentlich stinklangweilig. Da will ich aber lieber ein netter, alternativer Rockstar sein. Bei mir dürften zum Beispiel alle Fans so lange in meinem Luxuspool plantschen, wie sie wollten.

Dein Projekt existiert nun ungefähr ein Jahr. Konntest du zurückblickend schon kleinere Erfolge verbuchen? Des Weiteren denkst du dir viele Aktionen für deine treuen Hörer aus. Auf was darf man sich zukünftig freuen?

Mein größtes Erfolgserlebnis bisher war der Tag, an dem mich Bela B. angeschrieben und eindringlich um Songwriting-Tipps gebeten hat. Dummerweise bin ich schon 5 Sekunden später aufgewacht. Mein großes kommendes Projekt wird die wöchentliche Ey Lou Flynn Show sein. Ich musste die letzten zwei Monate wie irre jobben, nur um einen neuen Camcorder dafür finanzieren zu können. Und wie gesagt, ich hasse Arbeit. Aber die Ey Lou Flynn Show wird es wert sein. Sie wird nämlich genau wie trojanische Pferde beim Schäfchenzählen aussehen. Ach, und danke für das Interview!

Die B-Seite sagt Ey Lou Flynn auch Danke!

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Hier geht es zum Original-Interview.

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veröffentlicht: 11/08/09
 

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