Der Teufel ist los! Ich bin die letzten Wochen gleich mehrfach gefragt worden, ob ich bei einer Castingshow mitmachen will (vgl. Gästebuch). E-Mails haben mir mit großem Eifer zugeredet, massentauglichere Songtexte zu schreiben (und auch gleich angeboten, das für mich zu übernehmen
). Zielgruppe vergrößern! Publikum! Dass sich bloß keiner mehr durch meine Songs beleidigt fühlt. Ununterbrochen ist jemand irritiert: Warum bemühst Du Dich nicht ums Radio? Wie kannst Du Chance XYZ ausschlagen? Schon bei Labels angefragt? Hat Ey Lou… keinen Plan oder was?
Wenn Du selbst ein kreatives Projekt laufen hast, dann sei auf der Hut! Ganz egal, ob Du abrockst, malst, schreibst, schauspielerst, dichtest, singst, rappst, töpferst, filmst oder Sachen erfindest – hier sind drei Überlebenstipps für Dich:
1) Mach das für Dich selbst. Den anderen ist Deine Kunst sowieso egal.
Keiner kann Dir sagen, ob Du etwas großartiges erschaffst oder nur Deine Zeit vergeudest. Du gehst hier einen einsamen Weg. Die Leute haben eigenen Kram zu tun, niemand nimmt sich wirklich Zeit für Dich und Deine Flausen. Wenn Du Glück hast, berührst Du ein paar Menschen, aber Du erringst keine schillernden Triumphe. Sei nicht beleidigt. Vergiss die Welt und mach das für Dich selbst.
2) Genieße Deine Bedeutungslosigkeit, so lange sie anhält.
Der spannendste Teil jeder Bandbiografie sind die ersten 40 Seiten. Die jungen Musiker kämpfen sich durch diesen abenteuerlichen Sumpf aus dauernden Rückschlägen und unbezahlten Rechnungen. Da ist noch keine Aussicht auf Erfolg, aber die Band sprüht vor Ideen und Tatendrang. Wenn der Rolling Stone sie 15 Jahre später interviewt, sprechen sie immer wieder voll Begeisterung von ihrer rauen Anfangszeit.
Berühmt zu sein ist kein Spaß. Du kannst nie wieder zurück. Du kannst kein unberühmter Star mehr werden, allenfalls ein unrühmlicher. Selbst für einen Funken Ruhm verlierst Du Freiheiten. Plötzlich liegen Erwartungen im Raum. Wenn Du sie nicht befolgst, wirst Du verrissen und ausgebuht. Vielleicht wird Dir irgendwann Erfolg begegnen, aber warte nicht zu sehr darauf.
3) Zieh eine rote Linie. Leg Deinen Preis ganz zu Beginn fest.
Du brauchst eine rote Linie zwischen Deiner Kunst und allen Dingen, auf die Du Dich niemals einlassen willst. Leg Deinen Preis ganz zu Beginn fest. Tust Du das nicht, zahlst Du eines Tages viel mehr, als Dir die ganze Sache wert ist.

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Wow, das kam unerwartet, ist aber toll! Ich bin ganz ehrlich sprachlos. Darüber muss man eine Weile nachdenken…
Danke! Jetzt juckt es mir in den Fingern, ein Bild zu zeichnen…
also kein ey lou flynn in der bravo girl? irgendwie auch wieder schade!
Bravo, der Man ist gar nicht so doof wie seine Musik
scherz natürlich ist deine Musik gaaaanz toool
klasse wie meine vorredner sagen find auch ich deinen eintrag wahr , toll und haltenswert
nur mal ganz theoretisch… wie wären denn deine chancen bei einer castingshow?
@ tschaaak – Sofern ich keinen Zirkus verantstalte, würden die mich nie bis zur ersten Kamera vorlassen, weil ihnen klar wäre, dass sie mich weder a) zum RTL-Superstar noch b) zum Idioten machen können (manche Leute würden bei Punkt B widersprechen
). Ernsthaft, normale Menschen sind für diese Formate total uninteressant.
@ Die Kuh – Hey
, jetzt verrat mir doch mal: Wo genau finde ich denn diese ganze superschlaue Popmusik, die meinen Songs intellektuell überlegen ist?
Ernsthaft, dauernd sagt jemand, was ich abliefere, wäre irgendwie doof/nicht ernst zu nehmen/platt. Aber das stimmt nicht. Wenigstens schreibe ich Songs, die unbequem sind und bei denen man ein bisschen mitdenken muss, wenn man ihnen etwas abgewinnen will. Das machen die wenigsten Bands. Oder?
Sony? Nur Sony würdest du ausschlagen?
Was ist mit Emi? Mit Virgin Records? Mit Warner? Mit Universal?
Ganz ehrlich – jeder, der Musik macht, und dies in den diversen Social Networks und auf einer eigenen Webseite mitteilt, möchte Erfolg. Und ich denke, die wenigsten, so rühmlich sie sind, schlagen Angebote der Majors aus. Not macht nicht nur erfinderisch, sondern auch Kompromisse…
), die im TV auftreten, als doof bezeichnen und behaupten, dass sie sich weggeben, ohne einen Deut mitzudenken.
Du kannst nicht ernsthaft alle Künstler (gut, die Bezeichnung ist nicht immer treffend
Viele waren sicher mal genauso ambitioniert.
Nichtsdestotrotz, Alles Gute! Ich mag deine Musik und hoffe, sie bleibt so, wie sie ist; glaubwürdig mit dem “Background”. Schließlich geht’s ja um die Musik.
Hihi… du hast VIVA vergessen

Aber ich finds toll, dass du zu dem was du tust stehst
Tun leider die wenigsten…
Oh und eins muss noch erwähnt werden: Deine Bilder sind ja immer zu genial
Liebe Grüße
Hallo.
weiß im Moment eigentlich nix zu sagen als dass ich meinen Vorrednern zustimmen kann, die Karrikatur klasse ist… und so.
Außerdem wollte ich sehen, was für ein Konterfrei mir zugeteilt wird, denn die sind so sehr Kunst wie die Musik und der Rest der Seite.
Achja eben hab ich mich in den Konzert-Verteiler eingetragen, ohne anzukreuzen, dass ich auch den generellen Verteiler will. Kann man das ° mal ändern?
@ all – dankeschön für eure Kommentierei! Ihr seid grandios
@ ehh, ja – Oha, mich dünkt, hier liegen ein paar Missverständnisse vor:
1. Die Skizze da oben sollte ein kleines Beispiel sein, um zu zeigen, was gemeint ist. Es ging mir nur um das Prinzip und die Beispiele waren lustig gemeint.
2. Ich will niemandem nahelegen, was er tun soll. Vielmehr habe ich doch sehr deutlich geschrieben: Jeder muss für sich selbst festlegen, worauf er sich einlässt und worauf nicht. Ich frage mich, was Lady Gaga vor ein paar Jahren gesagt hätte, wenn ihr jemand gezeigt hätte, wie sie sich verkaufen muss, um Charterfolg zu haben.
3. Hey, ich habe überhaupt niemanden als doof bezeichnet!
4. Ganz ernsthaft jetzt: Aus einem Myspace-Account folgt absolut nicht, dass jemand nach Erfolg im kommerziellen Sinne lechzt oder gar einen Vertrag bei Warner will. Ich würde doch völlig andere Musik machen (müssen), wenn ich darauf so scharf wäre.
Nachdem das gesagt ist, hätte ich übrigens nichts dagegen, wenn jemand sein Taschengeld im Fanshop lässt
Ich bin wiedermal begeistert. Zwar war mir Ey Lou Flynns Einstellung zu diesen “Showplätzen der breiten Masse” (so nenne ich das Monster einfach mal)klar aber es ist trotzdem schön sie hier zu lesen und auch noch so herrlich veranschaulicht zu bekommen.
Was mich zu einem interessanten Punkt bringt.
Ich bin schon desöfteren von Leuten, denen ich ELF vorgestellt habe, gefragt worden, was ELF eigentlich will bzw. wo er hin will.
Darauf habe ich immer geantwortet, dass ELF nicht den Weg der Masse gehen will, sondern seinen eigenen und dies ganz auf seine eigene Art.
Die Frage wo dieser Weg hingehen soll, hsbr ich mit “Bekanntheit” beantwortet. Bekanntheit nicht im kommerziellen Sinne sondern… nach ELF Weg halt
Da kommt mir selber eine hypothetische Frage auf: Wenn Du, ich meine natürlich ELF, einen großen Bekanntheits- und Beliebtheitsstatus erreichst, wie würde es dann weitergehen? Also hypothetisch
Hallo,
doofe Musik? -ne ist sicher nicht doof deine Musik, und das wichtigste ist doch das sie dir gefällt.
Ich mag sie ja auch, vor allem die Sachen vor ELF, das fand ich irgendnwie spontaner frischer, man merkt einfach das du anfängst nachzudenken, neues equipment kaufst und die einfach wie jeder Musiker weiter entwickln willst.
Aber dabei geht leider dieser “Anfänger”- Charm verloren, der sich von dem ganzen mainstream semiprofessionellen abhebt.
Du bist davon deiner Musik überzeugt, was auch vollkommen richtig ist, nur ist es manchmal auch ganz gesund etwas distanzierter auf das eigene Werk zu schauen.
Ich glaube am besten ist ein Künstler wenn er wahrhftig ist und er es schafft sich dem Zuhörer so mitzuteielen das er emotional berührt ist.
Sicher ist Popmusik zum konsumieren da und nicht unbediengt zum nachdenken, es gibt nämlich viele Leute die dass garnicht wollen, sondern sich einfach nur berieseln lassen wollen, was ja schön ist
so ende des Vortrags
@ Die Kuh – wunderbar
@ Miri – Ziele? Gut, hier ist der große Ey Lou Flynn Masterplan. Ausnahmsweise
So lange mir das Spaß macht, will ich hier weiter machen können. Und zwar ohne, dass mir jemand reinredet oder ich von XYZ abhängig bin. Wenn das Publikum wächst oder irgendwann sogar Geld reinkommt, ist das ganz toll, aber sowas muss man einfach als zusätzlichen Bonus betrachten. Auf die Weise kann man sich freuen, wenn es passiert und muss sich nicht dauernd die Haare ausreißen, wenn es nicht passiert (den allermeisten Bands passiert es nicht, wie wir wissen).
Mir is schon klar, was die Skeptiker denken: “Jau, das erzählt der so lange, bis er irgendwo einen Fuß reinkriegt!” Warten wir es ab
Für manche Sachen, z.B. für Auftritte, kann ein *etwas* größerer Bekanntheitsgrad allerdings wahnsinnig hilfreich sein…
Dann musst du aber immer arbeiten gehen!
)
Das ist der Grund dafür, warum es hier manchmal langsamer voran geht, als viele das gerne hätten!