
Hier steht Till mit seiner treuen Laterne. Till ist ein altkluger Alptraum von einem Grundschüler, denn er stellt dauernd seltsame Fragen, nach denen gar nicht gefragt war. Till will endlich wissen:
Warum “müssen” Kinder in die “Schule”?
Warum mindestens 800 Schulstunden im Jahr?
Warum werden “Inhalte” in “Fächer” eingeteilt?
Warum werden “Schüler” in “Klassen” eingeteilt?
Warum sitzen in einer Klasse mindestens 15 Schüler?
Warum “braucht” jede Klasse einen “Lehrer”?
Warum dürfen Schüler sich nicht gegenseitig helfen?
Warum müssen Schüler um Noten konkurrieren?
Warum unterliegt “Leistung” einer “Kontrolle”?
Was haben “gute Noten” mit “guten Schülern” zu tun?
Was hat “Unterricht” mit “Lernen” zu tun?
Was haben “Lehrpläne” mit “Bildung” zu tun?
Was haben “Zeugnisse” mit “Kompetenz” zu tun?
Was hat “Lernfortschritt” mit “Entwicklung” zu tun?
Warum müssen Menschen “Wissen” “erwerben”?
Warum müssen Menschen auf “die Gesellschaft” “vorbereitet” werden?
Warum müssen Menschen auf “dem Arbeitsmarkt” “mithalten” können?
Warum müssen uns “Schulen” “anleiten”?
Warum müssen uns “Institutionen” “erziehen”?

Dies war der Auftakt meines trotzigen Anti-Schule-Triples. Hier die anderen beiden Blogeinträge:
Reich und mächtig werden (Anleitung)
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hut ab! das ist mit abstand dein gelungenster “tagebucheintrag” bis jetzt! till fasst in worte, was ich denke…
Gut zu lesen! Schwer zu kommentieren!
Schöne Fragen, die man in einer perfekten Welt sicherlich nicht einfach beantworten könnte. In der Realität (das was außerhalb unserer heilen Mittelstandswelt abläuft. Verwahrloste antrieblose Kinder und desinteressierte Eltern) bin ich allerdings froh um jedes Kind, dem in dieser verrückten Welt feste Rahmenbedingungen und Strukturen geboten werden. Und ja, das ist traurig.
Ach, Till hat bestimmt gar nicht wirklich was gegen Rahmenbedingungen und Strukturen (so lange sie brennbar sind
)
Aber liefert die Schule, wie wir sie kennen, die *richtigen* Rahmenbdingungen und Strukturen?
Wenn ich mir die Leut’ um mich rum so angucke, werde ich einfach das Gefühl nicht los, dass hier etwas total schief läuft (ein Blick in den Spiegel reicht auch schon). Soll nicht heißen, dass ich etwas davon verstehe. Ich weiß nur, dass es… Auswirkungen hat, bis zu 13 Jahre lang 5 Tage die Woche 6 Stunden pro Tag in einer Schule zu verbringen.
Ich weiß, ich weiß. Da ist die große perfekte Welt im Kopf, wo sich jeder selbst verwirklicht, nur das lernt was er möchte und wann er möchte und sich vollständig entfalten kann.
Ich kann diesen Idealismus leider nicht teilen und ich nehme dafür wie immer das einzige Beweisstück, bei dem ich mir hundertprozentig sicher bin: mich. Ohne anleitendes Elternhaus und Schule wäre ich mit Sicherheit heute der allerübelste Gammler und nur am Dauerzocken, womöglich würde ich sogar noch Fernsehen(!!).
Natürlich habe ich die Schule gehasst. Und Noten. Und Druck, Kontrolle, Konkurrenz,…aber ich wäre heute der übelste Schlenzer und Namen-Tänzer, wenn ich das nicht gehabt hätte. Und das Märchen vom sich fangen und dann selbständig lernen…Ich kaufs nicht
Ich weiß, manche deiner Fragen haben auch im normalen Schulsystem ihre Berechtigung. Zeugnisse ungleich Kompetenz beispielsweise. Aber deswegen gleich die Schulpflicht in Frage zu stellen…gewagt. Aber die Diskussion gefällt natürlich
Die Antworten auf viele dieser Fragen sind in der Epoche der Aufklärung zu suchen. Unser Grundgerüst des Bildungssystems besteht ca. seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Reformen lassen aber leider seither auf sich warten. Es ist (teilweise) also schlicht veraltet.
Ps. Ich fand im Kindergarten immer Mädchen mit Palmen auf dem Kopf blöd. Aber jetzt habe ich auch eine, Hurra! : )
@ sophie du bist genial
Ich finde es immer einfach alles in Frage zu stellen, zweifel gehören zum leben und klar, sind sie berechtigt, aber wer dauerzweifelt kommt nie vorran. irgendwann muss man auch was tun und man kann nur von dem ausgehen was da ist.
Aber vielleicht kommen hier die wirklich neue Ideen bin gespannt