Damit es nicht zu langweilig wird, unterbreche ich meine Berichte von der Video- und Ameisen-Front für heute und präsentiere stattdessen: Ein waschechtes Friedlich-Chiller-Interview.
Friedlich Chiller ist nämlich noch so ein “Ich mach alles alleine”-Musiker und auch er hat den Durchbruch zu landesweitem Weltruhm noch nicht ganz geschafft. Verblüffend, wir sind fast wie Brüder
! Jedenfalls habe ich den Herrn Kollegen jüngst mit meinen Fragen überhäuft und er hat seine Antworten zurückgepfeffert. Das kam dabei raus:
Ey Lou Flynn: Du nennst Dich Friedlich Chiller, aber Deine Songs klingen für mich nicht unbedingt friedlich & chillig. Wie würdest Du den mitlesenden Musikfans Deinen Stil beschreiben?
Friedlich Chiller: Mein Stil ist eigentlich ein ziemlich bunter Mix aus allem Möglichen. Ich höre selbst sehr viel unterschiedliche Musik und das schlägt sich natürlich auch in meinen eigenen Songs nieder. So passiert es halt auch, dass auf dem Album ein Ska, eine poppige Ballade und ein 6-1/2-minütiges Metalgewitter direkt nacheinander kommen. Friedlich und chillig klingt das zwar manchmal auch, aber eben nicht nur. Den Namen habe ich mir auch ehrlich gesagt nur des Wortspiels wegen gegeben. Dann ist für Leute, die zum ersten Mal von mir hören auch gleich mal klar, wie es um meinen Humor bestellt ist. In dem Sinne stehe ich dann auch eher in der Tradition von Namen wie Farin Urlaub – der sich übrigens auch sonst auf meine Musik auswirkt.
Lou: Als ich klein war, habe ich in der Schule Blockflöte gespielt. Verrätst Du uns, wie Du zur Musik gekommen bist und wie sich das mit den Jahren zu Friedlich Chiller entwickelt hat?
Chiller: Ha! Ich habe auch mit Blockflöte angefangen! Vieles, was in meiner “Official Fake Biography” steht, ist grundsätzlich gar nicht mal so weit hergeholt. Meine Flötenkarriere endete tatsächlich damit, dass ich meine Flötentasche verloren habe. Später wollte ich dann unbedingt Klavier spielen, was meine Eltern mir bereitwillig ermöglichten. Ich war allerdings ein ziemlich fauler Hund und habe so gut wie nie geübt. Also fiel auch das irgendwann ins Wasser (zugunsten meines Bruders, der das Klavier von mir übernahm und heute wirklich sehr schöne Musik darauf schreibt).
Lou: Ach verdammt, Du hast also bereits einen Bruder? Hach… egal, erzähl weiter!
Chiller: Als ich so um die 15 war, wurde ich zum ersten Mal Sänger in einer Band. Wir coverten “Teenage Dirtbag” und sowas, schrieben aber auch eigene Songs. Einer hieß “Shamous The Famous” und handelte von einem Zwerg, der im Schwarzwald lebt. Im Nachhinein bin ich froh, dass wir damit nie aufgetreten sind.
Ich habe aber auch schon vorher angefangen, Songtexte zu schreiben. Mit dem “Löwenzahn”-Rap hatte ich sogar einen kleinen Hit in meinem Freundeskreis. Wenig später entstanden auch schon die ersten Songs von “Kaba und Limbo” auf der Akustikklampfe meines Vaters. Richtig ernst wurde es mit der Musik aber erst, als ich zu Weihnachten 2008 meine erste eigene E-Gitarre bekam.

3x Friedlich Chiller in Schwarzweiß
Lou: Es ist offensichtlich, dass Du mit Begeisterung an Deine Musik und das ganze Drumherum herangehst. Was gefällt Dir an der Sache eigentlich am besten? Was kotzt Dich dagegen so richtig an?
Chiller: Ich bin ja noch relativ am Anfang der ganzen Geschichte. Ich lerne ständig Neues dazu und merke langsam, wie mir Dinge immer besser gelingen und das macht mir wirklich großen Spaß. Außerdem finde ich großartig, dass bisher alles, wo der Name “Friedlich Chiller” draufsteht auf meinem Mist gewachsen ist. Und dennoch wächst und gedeiht das ganze Projekt und das erfüllt mich schon auch mit Stolz.
Andererseits liegt da natürlich auch ein bisschen das Problem. So schön es ist, die Kontrolle über alles zu haben, so anstrengend ist es auch. Wenn ich nicht neue Songs schreibe, Grafiken designe, Newsletter rausschicke, dann macht es halt niemand und das ganze Ding liegt brach. Da hat es eine richtige Band natürlich leichter, die solche Sachen einfach untereinander aufteilen können. Andererseits fällt bei mir die Terminplanung wiederum deutlich leichter aus. Also eigentlich kann ich mich nicht beschweren.
Lou: Kommt mir alles durchaus bekannt vor! Du hast jüngst mit “Kaba und Limbo” Dein Debüt-Download-Album abgeliefert. Doch da draußen lauern bereits Millionen an gierigen Songs aller Couleur auf neue Hörer. Welche messerscharfen Argumente können die skeptischeren Interview-Leser dennoch dazu bewegen, Dein Werk jetzt gleich runterzuladen?
Chiller: Es ist kostenlos. Und das Cover ist schön.
Lou: Oh, in der Tat sehr überzeugend! Letzte Frage: Wie sehen Deine Zukunftspläne aus? Was bringt das Jahr 2010 für Friedlich Chiller?
Chiller: Das Jahr 2010 wird erst mal nach und nach neue Songs für mein zweites Album “Räuber” bringen. Außerdem gibt es bei mir an der Uni einen netten Open-Stage-Abend, bei dem ich gerne mal zusammen mit Eckhart (meinem Laptop) ein paar Songs spielen würde. Oder vielleicht suche ich mir ja wirklich ein paar nette, motivierte Leute zusammen und spiele ein paar richtige Gigs oder nehm ne Platte auf? Mal schauen. Ich bin selber gespannt!
Lou: Und ich erst! Viel Glück, Erfolg, Groupies und vielen Dank für dieses Interview!
Friedlich Chiller auf MySpace: Klick!
Friedlich Chillers Löwenzahn-Rap: Klack!
Friedlich Chillers Album “Kaba und Limbo” zum Download: Kluck!
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Tolles Interview.
Mich irritiert nur leicht, dass dein Laptop wie mein Fahrlehrer heist. xD
Liebe Grüße von der Chillerlocke
Oh gut, Friedrich Chiller im Interview… der hatte ja offensichtlich meine Kritik ein wenig in den falschen Hals bekommen. Blödsinn muss nicht immer negativ besetzt sein. Ich bin ein erklärter Fan des höheren Blödsinns! Ansonsten: schönes Interview. Freue mich schon auf Deine Fragen….
Ups, magst du ganz kurz noch “Dirtback” in “Dirtbag” umwandeln? Gott, wie peinlich …
Ist soeben geschehen. Habt ihr etwa die original Wheatus-Version in der original Wheatus-Stimmlage gespielt? Das hätte ich liebend gerne gehört!
@ Bluespfaffe – also, das ist nur meine Meinung, aber ich finde, jede Kritik hat ihren Platz. Ich hab zu meiner Musik schon alles von “revolutionär grandios” bis hin zu “grottenschlechte Scheiße” gehört. Musikgeschmäcker sind einfach wahnsinnig verschieden. Wenn man mal darüber nachdenkt: Selbst die erfolgreichsten und mainstreamigsten Bands und Musiker der Welt werden die meisten Leute nicht mögen, würde man quer durch die Bevölkerung fragen.
Das einzige, was ich etwas lächerlich finde, sind Kritiker, die den Eindruck erwecken wollen, ihr Urteil wäre die objektive, einzige und unbestreitbare Wahrheit zum vorliegenden Werk. Damit meine ich wohlgemerkt nicht Dich
. Aber gerade auch im “professionellen” Bereich gibt es so einige, die das für sich beanspruchen…
Uii, ein Interview? Ausgesprochen coole Sache!