Der gezuckerte Absinth der Musikindustrie.
Rockblog Songs Fragen? Videos Forum
Fanecke Album Infos Fotos Hilf mir!
Flynns Fanshop!
Werde Superheld!

Noch Fragen? Klick auf das Bild:



Abonniere den Rundbrief!




 


RSS abonnieren?   RSS-Feed


Schreib Ey Lou 'ne irre E-Mail!

30 Millionen Songs

von Ey Lou Flynn | 24 Kommentare
 

Wenn es auf der ganzen Welt nur einen einzigen Song gäbe, dann sollte das ein Mainstream-Song sein. Er sollte so vielen Menschen wie möglich gefallen, damit alle etwas davon haben. Bloß keine Experimente! Just play it safe.

Wenn die Menschheit 10 Songs zur Verfügung hätte, könnte man sich etwas mehr Vielfalt erlauben. Keine krassen Klänge, aber Abwechslung wäre angemessen. Wir müssten für immer mit diesen 10 Songs auskommen, also sollten sie verschiedene Musikrichtungen bedienen, so dass jeder seine Favoriten wählen kann und alle mehr Abwechslung haben.

###

Heute sind über 30 Millionen Songs im Umlauf, Tendenz steigend. Ich weiß zwar nicht, mit welcher Zählmethode diese Zahl erzählt wurde, aber eines steht fest: Wir haben ziemlich viele Songs! Weil kein Mensch auch nur annähernd so viel Musik hören kann, sollte eigentlich klar sein, was die Aufgabe dieser 30 Millionen Songs ist:

Sie sollten so vielfältig, unterschiedlich und unverwechselbar sein wie nur irgendwie möglich! Sie sollten vor keinem musikalischen Experiment halt machen und jeden noch so ausgefallenen Geschmack voll und ganz befriedigen. Es gibt weiß Gott genug von ihnen. Wenn jeder Song von 999 Leuten innig gehasst wird, aber den Geschmack des tausendsten Hörers mitten ins Herz trifft, ergibt das für jeden einzelnen Menschen 30.000 phantastische Songs!

###

Wie sieht dagegen die Realität aus? Wie oft hat jeder von uns schon gedacht: “Joa, nette Musik, aber in ähnlicher Form alles schon mal dagewesen…”?

Millionen von Songs tun so, als wären sie einer von 10 Songs weltweit: Sie wollen möglichst vielen verschiedenen Leuten gefallen. Bloß nicht zu extravagant oder herausfordernd, und immer schön die bewährten Stilmittel, Textideen, Melodien, Akkordfolgen, Rhythmen, Stimmungen und Vortragsweisen wiederholen. Was ist so schlimm daran, eine Nochniegehörtheit zu sein? Warum reißen sich Millionen Songs darum, wie eine mainstreamige Altbekanntheit zu klingen?

Sie werden fast alle verlieren. Und die Gewinner sind dazu verdammt, in immer längeren iPod-Playlisten zu verschütten – jeder für sich ein toller Song, aber in der Masse doch nur einer unter tausenden, austauschbar, irrelevant.

:(

    Auf Facebook Teilen

veröffentlicht: 9/08/10
 

24 Kommentare zu „30 Millionen Songs“

  1. Ich schliesse mich meinem Vorredner-Arsch an. :mrgreen:

    (Wieso ist das Bunny eigentlich schneller gewesen??)

  2. Mal ernsthaft:
    Die Zeiten, wo die Künstler eine Message hatten sind vorbei.
    Heute geht´s um´s Geld verdienen. Und deshalb traut sich niemand mehr, Charakter zu zeigen. So ist es heute doch bei allem.

    Langweilig.

    Aber mach dir keine Sorgen, DU fällst aus der Rolle!!

    Hoffentlich bleibt das auch so, wenn du kommerziell Erfolgreich wirst. Oder schlimmer: Nicht, dass du “Mainstream” wirst, um kommerziell erfolgreich zu sein… :-(

    Ich finde es übrigens gut, dass du “iPod” geschrieben hast, und nicht “Zune” :-P

  3. Dr. Borstel sagt:

    Dem ersten Absatz würde ich nicht zustimmen. Mainstreamsongs werden selbst durchschnittlichen Mainstream-Hörern schnell langweilig. Nach dem fünfzigsten Anhören kann selbst der härteste Shakira-Fan sich ihre Songs nicht mehr anhören. Gäbe es nur einen einzigen Song, sollte das eher so etwas wie Beethovens Neunte sein.

    Ansonsten weiß ich auch nicht, was Leute dazu treibt, so klingen zu wollen wie alle anderen. Ich wühle mich oft und gerne durch unbekannte Indie-Rock/Pop-Bands und stelle meist fest, dass mir die Songs einfach nicht haften bleiben, weil alles schon mal dagewesen ist. Und dann wieder stoße ich auf eine Band, die irgendwas richtig gemacht zu haben scheint, denn ich höre einen Song und finde ihn so großartig, dass ich ihn noch mal hören muss, und irgendwann fällt mir auf: Hm, so was habe ich echt noch nie gehört.

    Das Problem ist, dass viele Hörer sich ungern auf Experimente einlassen, weil es schon eine gewisse Zeit braucht, um gute, originelle Bands abseits des Mainstreams zu finden.

  4. Ey Lou Flynn sagt:

    Hallo Windowsbunny! Danke für Deine uneingeschränkte Solidarität! XP leistet mir schon seit Jahren gute Dienste. Naja, gelegentlich gab es extreme Probleme, aber reden wir jetzt nicht davon.

    Meine Güte, Dr. Borstel und Applejünger, ihr kommentiert aber auch wirklich alles! :mrgreen: Ist mein wirrer Gehirn-Output das wert? Ich habe Zweifel!

    Applejünger – Aaach, ich hab doch *überhaupt nicht* auf mich anspielen wollen! OK, gut, eigentlich doch auch. Ein bisschen. In der Netzwelt da draußen herrschen Unzucht und Frevel, da muss man seinen Glauben verteidigen.

    Dr. Borstel – Ich fürchte eben, wenn es nur einen Song auf der Welt gäbe und das wäre dann 4 Minuten malaysischer Gangsterrap zu einem elektronischen Trance-Gedönse, wäre ich schon etwas angefressen. Dann lieber Shakira, Schikkeh-Dymm, Schikke-Dymm!

    Ich glaub, nach 50 Mal hintereinander Hören wird fast jeder Song langweilig. Man sollte sich Shakira auf jeden Fall gut einteilen.

  5. Ey Lou Flynn sagt:

    Ach so, hätte ich wohl noch dazuschreiben sollen: Hier die 30-Millionen-Song-Quelle!

    Die Zahl ist von vor zwei Jahren. Wahrscheinlich war sie schon damals zu niedrig und ist es heute erst recht. Wir haben vermutlich längst 30.000 Milliarden Songs im Umlauf.

  6. Eigentlich bräuchte es tatsächlich nur 5-6 Songs zu geben.
    NUR: brauchen wir die 30.000 Milliarden Songs, um festzustellen, dass wir nur 5-6 Songs wollen.

    Hmmm…

    Und ich bin für irgendwas von Pink Floyd.

  7. Ey Lou Flynn sagt:

    Pink Floyd sind schlau und wollen nur komplette Alben verkaufen. Wenn ich Pink Floyd wäre, würde ich mit meinem Song auch nicht so gerne in einer Playlist zwischen Lindsay Lohan und Schni Schna Schnappi auftauchen wollen.

    Außerdem hab ich mich zwei Kommentare vorher vertan. “Schikke dymm, Schikke dymm” war ja gar nicht Shakira, sondern Tarkan. Proves my point! ;)

  8. SamVimes sagt:

    aber mit nur songs von musikportalen gibts keine beatles…

  9. Hmmm, das mit Pink Floyd ist cool. Wußte ich noch nicht. Pink Floyd-Alben sind ja auch Konzept-Alben.
    Da ist es Frevel, einzelne Songs rauszuholen. Schande. :-)

    Und ob Sharkan oder Shakira… Du weißt schon. ;-)

  10. Dr. Borstel sagt:

    @Ey Lou: In der Quelle steht, man müsste von etwa 12 Mio. verschiedenen Songs ausgehen. Nicht eingerechnet sind da natürlich alle Künstler, die ihre Musik kostenlos im Netz veröffentlichen, ob nun über Jamendo, Bandcamp oder eigene Websites. Plus ältere Songs, die digital nicht vertrieben werden. Die tatsächliche Zahl zu schätzen ist wohl unmöglich.

    “Malaysischer Gangsterrap zu einem elektronischen Trance-Gedönse” klingt aber interessanter als Shakira. ;-) Und übrigens, je wirrer der Gehirn-Output, desto kommentierwürdiger. :-D

  11. Ey Lou Flynn sagt:

    Gotcha! Du hast Recht.

    Wenn die Wahrheit hier was zu melden hätte, müsste ich die Zahl wohl trotzdem massiv nach oben korrigieren. Hier steht, dass Rdio allein schon 50 Millionen streambare Songs im Katalog hat.

  12. Windowsbunny sagt:

    Ich kenn nur die Flip-Charts… :)
    (man wann kommt endlich der nächste Artikel, ich kann hierzu nichts sagen!)

  13. Gl0rfindel sagt:

    Es mag zwar weltweit x Millionen Songs geben, aber nur ein kleiner Bruchteil davon taugt aus musikalischer oder literarischer Sicht auch wirklich etwas.
    Und von diesen wieder kann ich nur mit einem noch kleineren Bruchteil auch etwas anfangen.

    Ersteres Kriterium wurde, glaube ich, noch nicht genannt… ;)

    Gruss
    Gl0rfindel

  14. Wenn es nur einen Song geben dürfte, dann sollte ich auf keinen Fall entscheiden welcher? Denn Musik gehört nicht zu meinen Talenten.
    Ich habe aber mal eine Frage. Ist es heute überhaupt noch möglich, einen ganz neuen Song zu schreiben? Also ohne Tonfolgen, die es schon in anderen Songs gab. Bei der Masse an Songs stelle ich mir das schwierig vor. Und das ist ja auch ne Copyrightgeschichte.
    Gruß
    Fulano

  15. Gl0rfindel sagt:

    Das ist einerseits eine mathematische Frage und andererseits eine Definitionsfrage.

    Spielraum für die Melodie sind ca. 2 Oktaven, was 24 Halbtönen entspricht (Machen wir 25 draus, weils einfacher ist ;) ).

    Wenn man jetzt davon ausgeht, dass alles 16el-Noten sind und längere Noten einfach mehrere gehaltene 16el in Folge, und man sagt, dass das musikalische Haupt des Stücks 32 solcher 16el beinhaltet (was 2mal einem 4/4-Takt entspräche), dann hat man 25^32 verschiedene Tonfolgen zur Möglichkeit – was sage und schreibe 542101086242752217003726400434970855712890625 Folgen entspricht.
    Natürlich wäre der Grossteil davon dissonanter Unsinn, den sich kaum jemand freiwillig anhören wurde, und ein Grossteil der Songs wäre sehr ähnlich. Aber dennoch ist es in der Theorie relativ eindeutig möglich, ganz neue Songs zu schreiben.

    Eine Definitionsfrage ist es insofern, als dass man sich streiten kann, ob jetzt rythmische, dynamische oder sonstige expressionistische Unterschiede wirklich andere Lieder draus machen, aber ich möchte die Kirche mal im Dorf lassen ;)

    Wenn nicht ich damit angesprochen war tut es mich sorry :P

  16. Ey Lou Flynn sagt:

    Hi Gl0rfindel,

    “Es mag zwar weltweit x Millionen Songs geben, aber nur ein kleiner Bruchteil davon taugt aus musikalischer oder literarischer Sicht auch wirklich etwas.”

    Klar, es gibt einen Haufen Schrott und wenige tolle Sachen, aber was Schrott ist und was nicht, definiert doch jeder nach seinem eigenen Geschmack. Mein Schrott ist nicht unbedingt Dein Schrott ;)

    Es gibt ganz sicher auch Qualitätsmerkmale, auf die sich viele einigen können (Freddie Mercury war einfach ein phantastischer Sänger, basta). Ich denke aber, ‘objektive’ Qualität zählt viel weniger als persönlicher Geschmack. Zum Beispiel *hasse* ich fast alle der 50 meist-abonnierten YouTube-Kanäle. Mehr noch, ich würde sagen, die bieten mehrheitlich Schrott. Objektiv. Aber die Onlinewelt widerspricht :mrgreen:

    Howdy Fulano!

    Mathematik liegt mir nicht so wie meinem Vorredner. Meine Philosophie dazu geht so:

    Ein Musikstück ist wie ein Modell aus ganz normalen Basis-Legosteinen. Wenn man es zerlegt, stößt man immer auf die selben Elemente, aber trotzdem sind die Konstruktionsmöglichkeiten unendlich. Was zählt, ist das Gesamtbauwerk, und nicht so sehr, ob ein paar Steine genauso zusammengesteckt sind wie in 100 anderen Legomodellen.

    (Hey, lacht nicht, ich war halt Legokind :D )

  17. Ey Lou Flynn sagt:

    (Finde ich übrigens cool, dass ihr euch hierher verirrt habt! ;) )

  18. SamVimes sagt:

    Dazu Terry Pratchett:
    “Es heißt, dass Johannes Brahms mit einem Freund am Strand spazieren ging, der sich beklagte, alle gute Musik sei schon geschrieben worden. ‘Oh schau’, sagte Brahms und zeigte aufs Meer hinaus. ‘Da kommt die letzte Welle.’” -

  19. Freu mich auch, mich hierhin verirrt zu haben. Dein Lego Beispiel finde ich durchaus sinnig. Das Problem ist halt zu definieren, ab wieviel steinen man von Kopieren ausgeht.
    Gruß
    Fulano

  20. Bruder Grimm sagt:

    Für jemanden dessen musikalische Vorlieben bei der Musik liegen, bei der fast alles gesampelt wird bzw. mehre Künstler einen Riddim durchwursten, kann ich schwer über das “immer wieder das gleiche neu machen” schimpfen.
    Aber Du hast natürlich Recht wenn Du mehr Einzigartigkeit unf Unangepasstheit forderst bzw. wünscht. Aber die Nachfrage regelt den Markt – hey wir hatten Klingeltöne auf der 1 der Media Controll. Da habe ich fast alle Hoffnung verloren…

  21. Ey Lou Flynn sagt:

    Hi Ho!

    Hmja, schon, nur sind die Songs, die es auf die vorderen Chartplätze schaffen, eine absolute Ausnahme. Wir haben nicht 30 Millionen Songs in den Top Ten, oder?

    Ich wunder mich ja nicht, dass ein Dieter Bohlen oder Jamba massentaugliche Fließbandware liefern: Schließlich haben sie die nötigen Vertriebs- und Promotionkanäle, um ihre Sachen auch der Masse unterzujubeln (und ordentlich Geld zu machen, wer könnte es ihnen verübeln ;) ).

    Aber alle anderen wären vielleicht besser beraten, sich als eine Band unter zehntausenden zu begreifen und ein paar wirklich ungewöhnliche Kunstwerke abzuliefern, die es nicht schon hundertfach in ganz ähnlich gibt.

    Remixe finde ich völlig okay und ich denke auch, die können genauso individuell und kreativ sein wie Neuwerke. Coldmirrors obszöne Neusynchronisationen lieblicher Kinderfilme sind der Beweis :mrgreen: .

  22. tina sagt:

    Wie sind den “Songs” zu verstehen?
    U-Musik? E-Musik? Mit Songtext? Ohne? Was mache ich jetzt mit meiner – nicht wirklich vorhandenen – Sammlung gregorianischer Choralgesänge, meinem Gotteslob-Gesangsbuch (das wirklich vorhanden ist) und barocken Konzertstücken? Schrieb Schönberg Songs?

  23. tina sagt:

    Anmerkung:

    Und vor allem – sollte Musik nicht “hörbar” sein?
    Schnuffel-Klingeltöne unterfordern, eine atonale Noise-Glitch-aus-einem-Quietschton-bestehende-CD überfordert. Vielleicht liegt Shakira ja tatsächlich irgendwo dazwischen.
    Einzuberechnen wäre natürlich noch die Funktion von Musik…

Kommentieren



Mein Album. Mein Baby. Mein Stolz:



Schnapp es Dir!


100% Hippiepunk!



Ey Lou Flynns supertolles Facebook-Profil   Facebook? Ey Lou Flynns revolutionäre TweetsTwitter?