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Laternenlied – Das Making-Of Zum Martinstag (+ Bonus-Song)

von Ey Lou Flynn | 10 Kommentare
 

“Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne” (Nordkoreanisches Martinslied)

Vor 5000 Jahren, auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit, traf der heilige St. Martin am 11. November einen frierenden Penner, während er auf seinem Mammut in die Stadt ritt. Um dem Obdachlosen das Ausmaß seines Reichtums zu demonstrieren, zerschnitt Martin vor dessen Augen seinen eigenen Mantel und warf dem armen Kerl die Hälfte vor die Füße.

Seit diesem wundervollen Ereignis feiern Kinder Jahr für Jahr mit Laternen, Laternenliedern und Laternenumzügen den Martinstag. Am 11.11.11 ist es wieder soweit.

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Song-Download | Video-Download | Text & Akkorde

Woah, das LEGO-Video da oben war echt eine Heidenarbeit. Das (Zitat) “Beste Musikvideo der Welt” entsteht eben nicht an einem Nachmittag. Ich dachte, ein erklärendes Making-of mit vielen Fotos und nicht ZU viel Text wäre angebracht. Wer es bis zum Ende dieses Eintrages schafft, wird mit einem kleinen, seltsamen Bonussong belohnt.

Ach, eines noch: Bitte reicht das Video weiter, wenn es euch gefallen hat. Eure Freunde werden euch bewundern, ihr werdet Trendsetter und ich würde mich freuen. :D

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Doch nun zum Making-of (mit interpretativen Elementen)

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Im Internet gibt es einen riesigen Haufen fantastisch gemachter Stop-Motion-Videos mit LEGO-Steinen, mit denen ich nie und nimmer mithalten könnte.

Laternenlied

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Also wollte ich etwas machen, das es in dieser Form noch nicht so oft gab: Eine Art brutales Augsburger-Puppenkisten-LEGO-Action-Video ohne jede Computer-Nachbearbeitung (abgesehen vom Zusammenschnitt der Szenen).

Martinstag

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Die größte Herausforderung war, Bewegung und Lebendigkeit in das Video zu bringen. Die an Fäden durchs Bild gezogenen Objekte, die Zahnradbahn, das Feuer, die holprigen Kamerafahrten, die Schnitte, der Nebel, der komische Engel, alles zielte darauf ab, davon abzulenken, dass die ganze Kulisse im Grunde nur ein Standbild ist:

Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne

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Die LEGO-Welt sollte so detailverliebt und idyllisch wie möglich wirken, um einen krassen Gegensatz zur Handlung herzustellen, die sich entfaltet. Der Song funktioniert genauso: Eine fröhliche Kinderlied-ähnliche Melodie und dazu brennende Altersheime, Krieg und Apokalypse.

Laternenlieder

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Aus der Vogelperspektive betrachtet sieht die Stadt gar nicht aus, als würde so viel Arbeit drin stecken. Aber sie steckt, glaubt mir.

Unten sehen wir ein Einsatzfahrzeug der Polizei, das einen kleinen Kollateralschaden anrichtet. Ist euch die Sache mit dem Arm im Video aufgefallen? 127 Hours komprimiert auf 127 Millisekunden, und das auch noch mit LEGO. Ich verdammtes Genie!

St. Martin

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Die Feuerwehr macht sich gerade auf den Weg, ein Haus umzunieten und dann mit Polizei und Krankenwagen zusammenzustoßen…

Laternenlied Lego

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Das Foto unten zeigt die Szene mit dem großen Crash – die Kamera habe ich an einer Schnur abgeseilt, die zwischen zwei Leitern gespannt war. Die drei Fahrzeuge musste ich zusammen mit meiner sehr geduldigen Helferin (DANKE!) genau im richtigen Timing an den Fäden zusammenziehen, so dass sie an der vorgesehenen Stelle zusammenstoßen.

Wir haben ungefähr 15 Takes gebraucht, und nach jedem Versuch mussten die Fahrzeuge neu zusammengebaut und die Fäden neu gespannt werden. Anschließend mussten wir den selben Unfall noch ein zweites Mal aus einer anderen Perspektive inszenieren – weitere 20 Takes (und 100 abgebrannte Wunderkerzen) später waren diese 5 Sekunden des Videos im Kasten. Heureka!

(Einige andere Szenen haben noch länger gedauert. Macht bitte niemals ein LEGO-Musikvideo. Niemals.)

Ey Lou Flynn Laterne

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Die Feuerwehr vor der abgebrannten Grundschule! Diese Szene musste ich opfern, der Song war zu kurz, um sie noch reinzuquetschen. LEGO anzuzünden ist dramaturgisch sowieso interessanter, als LEGO zu löschen.

Ey Lou Flynn Laternenlied

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Das da unten ist der “Schurkenstaat”, in den man zur Vergeltung einmarschiert. Das ganze Zimmer voller Sand und Steine. In der Mitte ein Taj Mahal, der einen Saddam-Hussein-Palast oder was-auch-immer repräsentieren sollte.

epidemics Laternenlied

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Die Idee hinter der Wüstenszene war, die Armee gegen einen imaginären Feind vorrücken zu lassen – außer den Soldaten ist ja niemand da. Ich hatte da auch den Einmarsch nach Afghanistan und in den Irak im Kopf: Die ganzen Panzer sind stundenlang durch die Wüste gebrettert, oft ohne jeden Feindkontakt. Damals gab es immer diese Live-Berichte auf CNN, inklusive Reportern vor Ort, extrem ruckeligen Kameras und endlosen Wüstenlandschaften. Das wollte ich im Video nachstellen.

Hat wahrscheinlich niemand verstanden, aber jetzt wisst ihr Bescheid.

Martinslied

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An einer Stelle wird kurz das Schiff eingeblendet, auf das sich die Menschen am Ende des Songs “retten”. Eine Fata Morgana oder ein Omen, das die bevorstehende Katastrophe andeutet? Es sei der Interpretation der Zuschauer überlassen…

Martinslieder

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Mission accomplished! So sehen 250 brennende Streichhölzer aus.

Brenne auf, mein Licht

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Die Überlebenden zusammen mit Till auf dem weiten Meer, in einem Boot – ganz aus Holz.

Laternenlied 2011

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Hier kann nur noch göttliche Intervention helfen: Ein Engel, der am Ende das Feuer löscht. Ich muss doch sagen, es stimmt mich sehr zufrieden, die Engel-Szenen am Schluss so geschickt mit den LEGO-Szenen verbunden zu haben. Ziemlich originell und clever von mir!

Ey Lou Flynn Hippiepunk

Ey Lou Flynn – Angel of Music!

Geschafft! Soweit mein Laternenlied-Making-of. Zugegeben, ihr habt nicht wirklich arg viel gelernt. Aber dafür musstet ihr hier auch keinen Roman lesen. Ich würde sagen, wir sind quitt. Und wenn es Fragen gibt: Ab in die Kommentare damit!

Nun zu dem versprochenen Bonussong. Wir haben hier… (Trommelwirbel) EINE FRÜHERE LATERNENLIED-VERSION! (Trommelwirbel verstummt mit spürbarer Enttäuschung). Tja… mehr gibt’s heut nicht. Suck it up!

Ey Lou Flynn – Laternenlied Demo (mp3)

Till mit Laterne

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veröffentlicht: 7/11/11
 

10 Kommentare zu „Laternenlied – Das Making-Of Zum Martinstag (+ Bonus-Song)“

  1. Damian sagt:

    Du bist völlig irre. Aber natürlich auf eine sehr bewundernswerte Art und Weise.

  2. Teo sagt:

    Was ich mich schon beim Ansehen des Videos gefragt habe: Wie viel Lego ist denn bei den Dreharbeiten eingeschmolzen? Oder hast du da total ausgeklügelte Tricks benutzt um das zu verhindern? Wenn ja, welche?

  3. Ey Lou Flynn sagt:

    Och, es war genau so, wie es aussieht: Einiges wurde übelst angekokelt. Ich finde, wenn schon, dann richtig. Nur so zu TUN, als würde LEGO brennen, wäre einfach zu lahm gewesen.

    Was Du im Video natürlich nicht siehst, ist der bestialische, beißende Gestank von geschmolzenem Plastik, der regelmäßig in der Luft lag ;-)

  4. In meiner Person sind mindestens 83 Milliarden Stunden Lego-Bau-Erfahrung vereint.
    Ausserdem bin ich der Erfinder des Lego-HeadUp-Studios, in dem armen Legomännchen auf brutalste und verschiedenste Art und Weise mittels Gummi – Betriebenen Apparaturen die Köpfe abgeschlagen werden und ich zolle dir allergrößten Respekt für dieses Video.

    Du hast ´nen Sockenschuss, aber das Video ist genial. :mrgreen:

    PS: Als ich es das erste Mal sah, drug ich mich: “Er wird doch nicht wirklich Sand in seine Bude gekippt haben?”
    Doch. Er hat. Du bist irre. :-D

  5. Ey Lou Flynn sagt:

    Hey Applejünger,

    wie immer vielen Dank für die netten Worte! Ich sollte Dich für Deine ganzen Kommentare eigentlich längst fürstlich bezahlen, aber das wäre eine Beleidigung Deiner edlen Absichten, also tue ich es nicht! :mrgreen:

    Weißt Du was? Dass Du 83 Milliarden Legostunden hinter Dir hast, kann ich mir richtig gut vorstellen! Lego-HeadUp-Studios? Das klingt sehr spannend! Sollte ich jemals wieder ein Lego-Video machen (ich kann es mir nicht vorstellen), bist Du mein Special-Effects-Master und damit zuständig für Brutalität, Stunts und rollende Köpfe!

    Und der Sand, ach, halb so wild! Hinterher zusammengeschabt und den Rest weggesaugt. In dem Zimmer war eh ein hässlicher Teppich verlegt, der raus musste.

    Aber eines stimmt natürlich: Manche Menschen würden sich säckeweise Sand in ihre Bude schütten, wenn es die Situation erfordert, und andere würden es nicht tun. Der zweiten Gruppe entgeht verdammt viel Spaß! :D

  6. Spanksen sagt:

    Echt krass, Hut ab vor dieser Leistung! Ich glaube du solltest unser nächstes Video machen!!!

  7. Ich würde auch gar kein Geld von dir annehmen. Ich tue das nur, um eines Tages -wenn du reich und berühmt bist- sagen zu können: “Siehste, ich hab´s ja immer gesagt!!!” :-P

    Es wäre mir aber eine Ehre, dir eines Tages mit meiner perfiden Erfahrung im Hinrichten von unschuldigen Legomännchen dienen zu können.

  8. Ey Lou Flynn sagt:

    Applejünger – Das sind zwei sehr edle Anliegen!

    Ich weiß, dass Du kein Geld von mir annehmen würdest. Ich habe ja auch keines. :twisted:

    Spanksen – Dankeschön! Euer Video macht ihr mal schön selbst. ;)

  9. Katharina sagt:

    Hallo!
    Also dieses Video finde ich sehr super gemacht – da hast du meine höchste Hochachtung! Schade nur, dass ich die Musik nicht so mag, sonst würde ich bestimmt viel aktiver auf dieser Seite werden – ich schätze deine Internetpräsenz wirklich sehr! =)

  10. Ey Lou Flynn sagt:

    Hi Katharina! Versuch doch mal, das Video stummzuschalten und zu Deiner Lieblingsmusik abzuspielen. ;)

    Eine gescheitere Lösung kann ich jetzt leider nicht anbieten. Tragik des Schicksals!

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