(Musikalischer Autodidakt)
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Ey Lou Flynn...

      ...zur Frage, wo sein Name herkommt

"Wieso heißt du denn Ey Lou Flynn?", werde ich oft gefragt. Ungefähr alle elf Stunden einmal. Grund genug für eine ausführliche Erklärung:

Eines Samstagmorgens, ich kannte zu der Zeit bereits elf Akkorde auf der Gitarre und dachte ernsthaft darüber nach, Rockstar zu werden, wurde ich von einer schrillen Kinderstimme aus meinem Schlaf gerissen - "Eeeeeeeeeyyyyyyy". Die Stimme gehörte der elfjährigen Nachbarstochter Louise, die im Garten die Fußballelf lautstark nachspielte. Ich wünschte mir eine geladene Schrotflinte herbei und sah auf meinen Radiowecker: Es war Punkt 11 Uhr. Um munter zu werden, schaltete ich das Radio dann auch ein. Sie spielten kubanische Oldies von Frank Emilio Flynn.

Wenig später holte ich mir die Zeitung aus dem Briefkasten, die ich damals - ich weiß nicht warum - abonniert hatte. "Hurrikan tobt in Louisiana, elf Tote", so etwa die Schlagzeile. Einen Moment lang war ich ziemlich betroffen, gleichzeitig aber auch wieder froh, dass ich in Offenbach wohne und mich der Hurrikan nicht erwischt hatte.

Noch etwas schläfrig resümierte ich die vergangene Woche… Am Sonntag hatte ich ein Taschenbier getrunken, am Montag hatte es gedonnert, am Dienstag hatten meine Gitarrensaiten ausgedient und am Mittwoch, Donnerstag und Freitag hatte ich mir frei genommen. Was wohl heute geschehen würde?

Es klopfte. Vor der Tür stand ein Elf.
"Bitte iss mich nicht, ey!", quiekte der Elf.
"Keine Sorge", log ich ihn freundlich an, "ich bin Vegetarier!"
"Du isst gar kein Fleisch, ey? Wird dir das auf Dauer nicht zu fad, ey?", fragte der Elf ungläubig.
"Nein, bestimmt nicht", erwiderte ich.
"Aber gerade Elfenfleisch ist sehr lecker, ey", rief der Elf, "Das muss man mal probiert haben, ey!"
Ich sah den Elfen an. "Ähh, du bist doch selbst ein Elf", sagte ich zu dem Elf.
"Jaaa, genau ey!", schrie der Elf. Bei näherer Betrachtung sahen seine elfischen Schenkel in der Tat nicht unappetitlich aus.
"Hau ab, Elf", rief ich und schlug ihm mit letzter Kraft meine Tür vor der Elfennase zu.

Vom lauten Türknallen wachte ich ein zweites Mal auf, ich war wohl trotz (oder wegen) Emilios Oldies über der Zeitung eingenickt. Ein Blick auf den Radiowecker, es war 11 Minuten nach 11 Uhr.

Moment mal!? Um 11 weckt mich Louise mit ihren 11 Jahren und einem lauten "Ey", ich wünsche mir eine Flinte, im Radio läuft Emilio Flynn, in Louisiana gab es 11 Tote und ich träume von einem Elf (der jeden Satz mit "ey" beendet), nur um dann um 11 nach 11 wieder aufzuwachen? Was geht denn hier ab?

Ich folgerte zähneknirschend, dass eine dämonische Macht im Spiel sein musste, mit der man sich besser nicht anlegen sollte. Meinen alten Namen legte ich ab und nenne mich seither Ey, Lou und Flynn. Der Name hat elf Buchstaben, ergibt abgekürzt E.L.F. und repräsentiert meine do-it-yourself-Philosophie! Das sind doch alles triftige, einleuchtende Gründe für so einen Namen, oder?


      Ey Lou hält Zwiesprache mit seiner Gitarre

      Flynn versucht, seine Biografie zu schreiben



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